29. November 1897

 

Nach vorheriger Besprechung fanden sich heute im Wirtslokal des Herrn Bierbrauer Franz Weigl zwecks einer Gründung einer Zimmerstutzenschützengesellschaft folgende Herrn ein:

-Brombierstäudl A, Hilfslehrer

-Hoferer Johann, Schmiedemeister

-Illenseher Josef, Maurermeister

-Pientl Eduard, Lehrer

-Schenkl Hermann, Hilfslehrer

-Schindler Josef, Bader

-Weigl Johann, Ökonom

-Andreas, Xaver, Bierbrauerereimeister

-Zirngibl Andreas, Bäckermeister

Es wurden dabei folgende Statuten entworfen:

A) Zweck des Vereins:

Zweck des Vereins ist Auge und Hand zu Üben und den geselligen Verkehr zu fördern.

B) Vereinsangehörigkeit:

Mitglied des Vereins kann jeder wenigstens zwanzigjährige Mann unbescholtenen Lebenwandel werden.

C) Leitung des Vereins:

Diese obliegt einen Ausschuss bestehend aus dem Vorstande, dem Schützenmeister und dem Kassier, welch letzterer zugleich Schriftführer ist. Der Ausschuss wird jedes Jahr mittels Stimmzettel neu gewählt. a) dem Vorstande obliegt die äusserliche Leitung und Vertretung des Vereins. Er beruft die jährlich einmal und zwar im Monat Januar stattzufindende Generalversammlung und leitet sie. Außerdem ist er befugt jederzeit nach Bedarf eine Ausschuß oder außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Ferner hat er die etwa statthabenden Vergnügungen zu leiten und kann hierzu Einladungen auch an Nichtmitgliedern ergehen lassen. b) der Schützenmeister besorgt die innere Leitung des Vereins und vertritt bei Verhinderung des Vorstandes diesen. Er bestimmt die wöchentlich einmal im Vereinsheim stattfindenden Schießabende und wacht über die Einhaltung der Schießvorschriften. Auch entscheidet er in Streit oder Zweifelsfällen. Ferner sorgt er auch für Instandhaltung des Vereinsstutzens. c) Der Schriftführer und Kassier hat die schriftlichen Arbeiten des Vereins zu besorgen. Als Kassier obliegt ihm die Verwaltung des Vereinsvermögens, das Einkassieren der Mitgliedsbeiträge und das Beschaffen von Schießutensilien auf Vereinskosten. Über Einnahmen und Ausgaben hat er Rechnung zu führen, die dem Ausschusse jederezeit, den Vereinsmitglieder in der Generalsversammlung vorzulegen sit.

D) Vereinsbeiträge:

Als solche werden bestimmt: 1. Eine einmal zu entrichtende Aufnahmegebühr von a 1 M. 2. Ein monatlicher Beitrag von 20 Pf.

E) Die Aufnahme in den Verein:

Erfolgt durch Anzeige an den Schriftführer, der dann mit dem übrigen zwei Ausschußmitgliedern über die Aufnahme entscheidet, worauf gegen Erlegung der 

Aufnahmegebühr die Aushändigung der von den Ausschußmitgliedern bestätigten Aufnahmeurkunden erfolgt.

F) Der Austritt: 

Ist dem Schriftführerschriftlich oder mündlich anzuzeigen. Für den laufenden Monat ist der Betrag voll zu entrichten.

G) Der Ausschluß aus dem Verein:

Geschieht durch Beschluß des Ausschusses, wenn

1. ein Mitglied aufhört unbescholtenen Lebenswandel zu sein,

2. wenn es trotz dreimaliger Aufforderung seitens des Kassiers seine Beiträge nicht zahlt,

3. den Bestrebungen des Vereins absichtlich entgegen wirkt.

H) Vereinslokal der Gesellschaft:

Ist das Gastzimmer des Herrn Bierbrauereibesitzers Franz Weigl in Pettendorf. Als Vereinsdiener ist ein unbescholtener Mann aufzustellen. Das Honorar des selben wird aus den abendlich eingeschossenen Geldern gedeckt.

J) Auflösung des Vereins:

Der Verein kann bei geringer Mitgliederzahl als ruhend betrachtet werden. Löst sich der Verein auf, was bei einer weniger als vier betragenden Mitgliederzahl erfolgt, so fällt dessen Vermögen auf die Armenkasse Pettendorf zu. Die Wahl und Neuwahl des Ausschußes geschieht alljährlich in der im Monat stattfindenden Generalveresammlung mittels Stimmzettel. Bei Stimmgleichheit bei allen Beschlüssen entscheidet der derzeitige Vorstand.

Schießregeln:

 1. Die Reihenfolge der Schützen bei den Schießübungen wird jedes Maldurch Los bestimmt.

2. Jeder Schuß ist frei, das heißt ohne Anlehnen oder Auflegen abzugeben.

3. Jeder auf dem Stand losgegangene Schuß ist gültig.

4. Mit Gewehrriemen darfnichtgeschossen werden.

5. Nur Vorderladerzimmerstutzen sind zulässig, jeder andere ausgeschlossen.

6. Der auf derScheibe angegebene Kreiß muss abeschossen sein. Ebenso ist nur der punkt oder sogennante Plattl gülricht, bei dem das in seinem Mittelpunkt befindliche Kreuz in seinem Kreuzungspunkte abeschlossen ist.

7. Auf dem Stande sowie bei der Scheibe hat nur der derzeitige Schütze bzw, der Zieler zutritt.

8. Für etweige Beschädigung von Vereinseigentum durch Unachtsamkeit, Mutwillen oder Außerachtlaßung der notwendigen Vorsichtsmaßregeln ist er Beschädigte haftbar. Für durch Abnützung entstandenen Reperaturen an Vereinsgeräten haftet der Verein.

 

Nachdem diese Bestimmungen von den obengenannten Erschienenen angenommen wurde, schritt man sogleich zur Wahl eines Ausschußes. Die Wahl fiel auf folgende Herren:

a) Vorstand: Eduard Plentl

b) Schützenmeister: Johann Hoferer

c) Kassier und Schriftführer: hermann Schenkl

Sämtliche Gewählte nahmen die Wahl an. Es wurde nun beschlossen eine Abschirft der Statuten einem königl Bezirksamte zur Begutachtung zu unterbreiten.

Pettendorf,den 29.11.1897

gez. Eduard Plentl, Vorstand

Unterschriften: Hermann Schenkl, Johann Hoferer, Brombierstäudl, Illenseher, Schindler, Joh. Weigl, Zirngibl, Franz Weigl

 

erreiche uns auch über:

1. Schützenmeister

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